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Kaufen – Ja, aber richtig

In Europa geht es den meisten von uns so gut, dass wir aus einem unglaublich großen Angebot von Waren aller Art wählen können. Die Möglichkeit, etwas Wertvolles zu konsumieren, ist ja an sich positiv. Doch manchmal scheint es so, als ob sich unser Leben ausschließlich um Konsum drehen würde, unabhängig davon, welche Güter wir erwerben.

Leben, um zu arbeiten, damit wir uns all´ die Dinge kaufen können, ohne die wir laut Werbung und Influencern nicht mehr glücklich sein können. „Shop dich glücklich!“ und „Schrei vor Glück“ wenn das bestellte Paket endlich bei uns eintrifft, versprechen uns, dass wir nun endlich dieses EINE Teil erwerben, das unser Leben vervollkommnet. Endlich ist das grosse Glück, das wir stets im Aussen suchen da, endlich hat die lange Suche ein Ende!

Aber es ist seltsam: Schon wenn wir das Stück aus dem Karton nehmen, sieht das ersehnte Kleid gar nicht so schön aus, wie im Online-Shop. Wir halten es in Händen und sogar dann, wenn es uns steht, ist das Wohlgefühl des Besitzes oft nicht von langer Dauer. Wöchentlich kommen neue Kollektionen heraus. Der neue Look ist noch cooler, mit dem Teil, das nach 1 Monat bereits veraltert erscheint, gehört man nicht mehr zu den ganz Hippen dazu, also muss wieder eine neue tollere Klamotte her.

Jene Firmen, die am meisten Werbung machen, die billiger produzieren, sind omnipräsent und verkaufen, als gäbe es Rohstoffe ohne Ende. Vielen Menschen zerfließt bei all der Kauferei das Geld zwischen den Händen, also müssen sie noch mehr kostbare Lebenszeit in die Arbeit stecken, um mehr Geld zum Ausgeben zur Verfügung zu haben.

Nun ist aber Schluss damit! Es ist an der Zeit, dass wir uns nicht mehr manipulieren lassen, dass wir selbstbewusst unsere Kaufentscheidungen treffen und dass wir uns nicht mehr diktieren lassen, was wir alles besitzen müssen, um „dazu zu gehören“. Die Werbung spricht da ganz bewusst unsere Psyche an. Angst vor Ausgrenzung wird gesät. Das kleine Kind in uns wird angesprochen, das Angst davor hat, nicht zu den Coolen zu gehören, weil es die „falschen“ Klamotten trägt. Jeder von uns kennt dieses Gefühl. Spürst Du, wie es im Sexualchakra und im Solarplexus arbeitet? Aber wir müssen nicht jedem gefallen und wir müssen nicht überall dazu gehören. Schon gar nicht zu einer oberflächlichen Scheinwelt, die uns glauben machen will, wir wären Teil Ihrer „Familie“. Diese Konzerne kennen uns nicht, es geht ums Verkaufen um jeden Preis, nichts anderes.

Daher umgeben wir uns liebevoll mit jenen Menschen, die real sind. Die wir mögen, die uns mögen und die uns nicht über unsere Kleidung/unseren Konsum definieren. Machen wir uns das bewusst und stehen dazu!

Versuche Dich einmal aus diesem Konsumrad heraus zu nehmen und hinterfrage in stillen Momenten, was DU wirklich brauchst, was DU Dir wünscht und was DICH mit Glück erfüllt. Betrachte Dich als ein wertvolles Individuum für das das Beste gut genug ist. Was wäre, wenn Du es nicht irgendwelchen anderen Recht machen möchtest, sondern ausschließlich Dir selbst? Wenn Du erkennst, dass das billige Kunststoffkleid nicht gut genug für Dich ist oder dass es mit künstlich erzeugter Nahrung auf Dauer nicht möglich ist, Deinen kostbaren Körper gesund und jugendlich zu erhalten? Wenn Du spürst, wie vermessen es in Wirklichkeit ist, Dir überhaupt solche minderwertigen Produkte anzubieten? Wenn Du überlegst, wie lang Du dafür arbeiten musst?

Und wenn Du doch etwas kaufst, dann gib Dein hart verdientes Geld nur für Dinge aus, die Dir auf lange Sicht von Nutzen sind, die nachhaltig und mit Überzeugung produziert wurden. Vielleicht erfüllst Du Dir einen Herzenswunsch zu einem speziellen Anlass und lässt Dich von Deinen Lieben beschenken? Besitze lieber wenige, für Dich „wertvolle“ Dinge, als viel überflüssiges Zeug. Frage Dich bei jedem Einkauf, ob Du dieses Teil wirklich brauchst, ob es gut für Dich ist. Nimm es in die Hand und spür hinein: „Brauche ich Dich?“.

Und dann, wenn Du etwas gefunden hast, das Du wirklich schätzt oder das Du schon lange gesucht hast, dann nimm das eventuell schon dafür angesparte Geld und geh hin und kauf es Dir in einer guten, langlebigen, nachhaltigen Qualität. Erfreue Dich mit gutem Gewissen daran und verwende es oft und gerne, um Dich selbst zu beglücken.

Denn dann ist es ein guter Kauf.

Für Dich, für die Natur, aus der die Rohstoffe kommen und für jene Menschen, die Dein Produkt liebevoll erschaffen haben.

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