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Der kollektive weibliche Schmerzkörper

Wir sind uns meistens gar nicht bewusst, dass wir Teil verschiedener kollektiver Felder sind. Trotzdem werden wir ständig – mal stärker, mal schwächer – von diesen Energien beeinflusst.

Wenn wir Frauen beispielsweise unsere Tage bekommen, fühlen wir uns meistens auf die eine oder andere Weise unwohl. Die Missempfindungen reichen von Depressionen und Aggression über Schmerzen im Unterleib, Wassereinlagerungen und Konzentrationsstörungen bis zu dem Wunsch, nicht gesehen zu werden und einfach seine Ruhe zu haben.

Alle diese Empfindungen kennen wir zusammengefasst unter der Abkürzung PMS, Prämenstruelles Syndrom. Natürlich gehen wir, bedingt durch die hormonelle Umstellung, durch ein Wechselbad der Gefühle, aber an sich ist die Menstruation ein ganz normaler Vorgang und hat nichts Negatives an sich. Trotzdem geht nur eine beneidenswerte Minderheit beschwerdefrei durch diese Zeit.

Warum ist das so?

Einen entscheidenden Hinweis gibt Eckhart Tolle in dem Buch „Eine neue Erde“, in dem er beschreibt, dass fast jede Frau Anteil an einem kollektiven weiblichen Schmerzkörper hat, der sie kurz vor Einsetzen der Regel mit intensiven negativen Gefühlen überschwemmt.

Hier nimmt sich der Schmerz Raum, der durch die gnadenlose Unterdrückung von Frauen besonders während der letzten 2000 Jahre statt gefunden hat. Die Angst vor dem Weiblichen forderte geschätzte 3-5 Millionen Opfer, die allein durch die „heilige Inquisition“ gefoltert und ermordet wurden. Der Status der Frau wurde immer mehr herabgesetzt. In manchen Kulturen ist sie rechtloser Besitz des Mannes und muss sich auf das Gebären von Kindern beschränken. Von Vergewaltigungen, körperlichen Misshandlungen oder Genitalverstümmelung gar nicht zu reden. Andere Frauen werden als Prostituierte oder Arbeitssklavinnen missbraucht und schleppen sich durch Leben, die menschenunwürdig sind.

Das Gleichgewicht zwischen männlicher und weiblicher Energie wurde zerstört, als das männliche Ego erkannte, dass es die vollständige Kontrolle über diese Erde nur dann erlangen würde, wenn es das Weibliche vollständig entmachtet.

Auch Frauen haben selbstverständlich ein Ego, aber es schlägt keine so tiefen Wurzeln, da Frauen weniger mit ihrem Verstand, sondern mehr mit ihren intuitiven Fähigkeiten verbunden sind. Sie zeigen eine größere Offenheit und Sensibilität für andere Lebensformen und sind naturverbundener.

Die voranschreitende Zerstörung der Erde, hätte unter einer ausgewogen männlich/weiblichen Führung mit Sicherheit nicht derart gravierende Ausmasse erreicht, denn Frauen geht es nicht ausschließlich um ihr eigenes Wohlergehen, sondern sie sehen eher die positiven Gesamtergebnisse ihres Handelns.

Da die Welt derzeit stark in Aufruhr ist, tut sich auch in der Frauenbewegung sehr viel. Denken wir nur an die weltweite me-too-Bewegung, an Proteste gegen Gewalt an Frauen, den Internationalen Frauentag am 8. März, an dem viele Frauen aus Protest gegen die Ungerechtigkeit ihre Arbeit niederlegten oder an die „Femen“, die mit provokanten Aktionen auf sich und ihre Anliegen aufmerksam machen.

Besonders imponierend finde ich einzelne, herausragende Frauenpersönlichkeiten, die aufgrund ihrer guten Ausbildung äußerst erfolgreich sind und diese Spitzenpositionen nutzen, um beispielsweise Gesetzesänderungen zur Gleichbehandlung herbeizuführen, wohl wissend, dass sie dadurch den Hass von Männern und Kollektiven auf sich ziehen, die die Frauen und den gesamten Planeten zugunsten ihres Egos weiter ausbeuten wollen. Es gibt auch Frauen, die in Wissenschaft, Sozialwesen und Politik viel voran bringen – vielleicht leiser als manche ihrer Kollegen und auch deshalb, weil wir noch nicht so viele sind, aber es wird immer selbstverständlicher, dass es Ärztinnen, Juristinnen, Astronautinnen, Feuerwehrfrauen, Geschäftsführerinnen, Bankerinnen, Ministerpräsidentinnen und Bundeskanzlerinnen gibt. Frauen wollen nicht stärker sein als Männer, sondern mit ihnen gemeinsam die Gegenwart gestalten. Das ist ganz natürlich und eröffnet der gesamten Menschheit die Möglichkeit, zu wachsen, weil es sowohl die männliche als auch die weibliche Energie braucht, um ein harmonisches Ganzes zu ergeben.

Deshalb lasst uns anders handeln, wenn wir vor der nächsten Menstruation wieder in den negativ aufgeladenen Schmerzkörper geraten:

Spüren wir ihn ganz bewusst, aber entscheiden uns dann dazu, uns an ein anderes kollektives Feld anzuschließen. Es ist noch nicht so stark und noch nicht so alt, aber es wächst ständig und unaufhaltsam: Es ist das kollektive Feld der selbstbewussten Weiblichkeit. Denken wir dabei an ein friedliches, respektvolles und liebevolles Miteinander der Geschlechter, an die sanfte weibliche Stärke, die in uns Frauen wohnt und an die große Auszeichnung, eine Frau zu sein.

Wenn wir selbst unseren wahren Wert erkennen und wertschätzen, dann können ihn immer mehr Menschen ehren und würdigen und wir bewegen uns endlich in die liebevolle Gemeinsamkeit, die das Universum schon immer für uns vorgesehen hat.

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